Frischer Wind für Energiekooperation in CENTROPE

Diversifizierung in der Energieerzeugung sowie ein vielfältiger und innovativer Energieforschungs- und Unternehmenssektor sind Vorteile für die Wirtschaft von CENTROPE. Jedoch sind strategische Partnerschaften erforderlich, um auf der Suche nach nachhaltigen Energiequellen und Technologien eine „kritische Masse“ zu erreichen. Diese und viele andere Fragen wurden im Rahmen eines eintägigen CENTROPE Capacity-Workshops erörtert.

Akteure aus drei CENTROPE-Ländern, die das Interesse an Energieeffizienz und dem Aufbau von Clustern und Partnerschaften vereint, trafen am 7. Juni 2010 anlässlich eines Themenworkshops im Technologiezentrum Eisenstadt zusammen. Die TeilnehmerInnen – von mit Innovationsförderung befassten öffentlichen Einrichtungen ebenso wie von privaten Unternehmen – stimmten darin überein, dass umfangreichere und langfristigere Kooperationen gefragt sind.

Doch ist Zusammenarbeit bei Energiefragen in CENTROPE keine Neuigkeit. So bringt das durch die EU kofinanzierte Projekt „Intelligente Energie“ (ITE) Partner aus der Slowakei und Österreich zusammen. Hauptumsetzungsschwerpunkt des Projekts ist der Energiecluster CENTROPE, eine freiwillige Interessensvereinigung, die Ende 2010 durch den Selbstverwaltungskreis Trnava und das Land Burgenland ins Leben gerufen wurde. Die Vereinigung unterstützt auf dem Gebiet erneuerbarer Energiequellen tätige Unternehmen und Institutionen bei der Schaffung von Synergien und Verbesserung ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Aufbauend auf dieser Initiative bestand ein Hauptthema des Workshops in der Ausdehnung dieser bilateralen Zusammenarbeit auf ganz CENTROPE.

Was sind die Kernfragen?

Alle Fachleute waren sich einig, dass die Ausdehnung der Kooperation innerhalb des Energieclusters auf Teilnehmer aus der Tschechischen Republik und Ungarn sowie die Abstimmung der Clusterinitiative mit der allgemeinen Entwicklungsperspektive von CENTROPE ausgezeichnete Möglichkeiten darstellen, um die Zukunft des Clusters zu sichern. Eine solche Struktur ist so zu organisieren, dass jeder einzelne Partner ebenso wie das Projekt CENTROPE in seiner Gesamtheit davon profitieren können.

Zweitens wäre ein durch einen grenzüberschreitenden, regionsweiten Energiecluster unterstütztes Partnernetzwerk bestens geeignet, um Fragen wie den Einsatz erneuerbarer Ressourcen in der Energieerzeugung, die Förderung von E-Mobilität und deren Einfluss auf die Infrastruktur sowie Logistik oder Energieeffizienz von Gebäuden zu behandeln.

Von den Rahmenbedingungen zu innovativen Projektideen

Darüber hinaus besteht eine Reihe von Projekten, die entweder ganz neu oder bereits im Laufen, jedoch noch für weitere Partner offen sind. Sie reichen von Energieerzeugung durch erneuerbare und lokale Energieressourcen – z.B. die burgenländische Biogaserzeugungs- und -transportinitiative mittels innovativer Gasnetze – bis zu bilateralen E-Mobilitätsprojekten zwischen Österreich und der Slowakei bzw. Österreich und Ungarn. Eines der am Treffen präsentierten Projekte ist HolzSchaBe, eine grenzüberschreitende Initiative, bei der Partner aus dem Burgenland, Wien und der Slowakei das gemeinsame Ziel verfolgen, hochinnovative Baustoffe und neuartige, energieeffizientere Bauweisen zu entwickeln. Das Pilotprodukt der Partnerschaft ist ein neuer Baustoff aus Holzhackschnitzeln, Schaum und Beton, der sich vor allem durch hohe Dämmleistung auszeichnet. Dieser Leichtziegel könnte Öko- und Niedrigenergiehäuser revolutionieren, da lokal vorhandene Ressourcen zu seiner Herstellung einsetzbar sind.

Alle diese Initiativen stießen bei den teilnehmenden Fachleuten auf großes Interesse. Mit Ende der Veranstaltung hatte sich das Hauptthema des Workshops – Belebung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und Aufbau von Partnerschaften zwischen entsprechenden Akteuren innerhalb der gesamten Region – eindeutig als gute Wahl erwiesen, da sich zahlreiche neue Kooperationsperspektiven bereits vor Ort abzeichneten.