CENTROPE Gipfel in Győr bereitet den Weg für zukünftige Zusammenarbeit

Ein wichtiger Schritt in die Zukunft von CENTROPE vor dem Hintergrund eines historischen Datums für die vertiefte grenzüberschreitende Integration – dies ist die zentrale Botschaft des CENTROPE-Gipfels in Győr. Parallel zum Wegfall der letzten Einschränkungen für den Arbeitsmarkt trafen die politisch Verantwortlichen der Region erstmals seit 2007 zusammen und stellten die Weichen für eine engere Kooperation.

Unter dem treffenden Motto „Region ohne Grenzen“ bot der am 5. Mai 2011 abgehaltene Gipfel eine hervorragende Gelegenheit für EntscheidungsträgerInnen, Fachleute und das breite Publikum zur Erörterung des aktuellen Integrationsstands von CENTROPE. Politische Führungspersönlichkeiten der Partnerstädte und -regionen tagten im Rathaus von Győr in Gestalt des neuen „CENTROPE Boards“ und diskutierten die nächsten Schritte der gemeinsamen Kooperationsagenda.

Die beiden Hauptthemen betrafen dabei Verbesserungen bei Qualifizierung und Arbeitskräftemobilität im gemeinsamen CENTROPE-Markt einerseits sowie die Aufwertung und Förderung des Wirtschaftsstandorts CENTROPE andererseits. Auch Forschung und Entwicklung wurden als Kernherausforderung für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit angesprochen. Die Diskussion dieser Themen im Politischen Board führte zur Formulierung mehrerer Schlussfolgerungen, die bereits Ende 2011 – anlässlich des zweiten CENTROPE Gipfels in der Slowakei – Früchte tragen sollen.

Ziel vernetzter Arbeitsmarkt

Der Wegfall der letzten Einschränkungen der Arbeitskräftemobilität bereitet den Weg für einen voll integrierten Arbeitsmarkt in CENTROPE. Doch machen die neuen Rahmenbedingungen auch eine koordinierte Vorgehensweise erforderlich, um die Potenziale des gemeinsamen Arbeitsmarkts bestmöglich zu nützen. So ist die Förderung von Arbeitskräftemobilität und von grenzüberschreitenden Karrierechancen ein wesentlicher Faktor zur Attraktivierung der Region und trägt dazu bei, die Abwanderung qualifizierter Personen zu verhindern. Weiters sollten die Erhöhung des Ausbildungsniveaus in Verbindung mit grenzüberschreitend geltenden Ausbildungsstandards sowie eine höhere Erwerbsquote von Frauen Grundsäulen einer abgestimmten Arbeitsmarktpolitik sein.

Zwar kann grenzüberschreitende Kooperation dazu beitragen, das Arbeitskräfteangebot in Mangelberufen zu erhöhen, doch muss sie auch sicherstellen, dass PendlerInnen Arbeitsplätze vorfinden, die ihren erworbenen Fähigkeiten entsprechen. Während ein gesamtregionales Monitoring der sich abzeichnenden Bedürfnisse des Arbeitsmarkts eine Informationsbasis für koordinierte Qualifizierungsmaßnahmen schaffen würde, könnte gemeinsames Lobbying auf nationaler Ebene für die gegenseitige Anerkennung von Studienabschlüssen, Zeugnissen und Diplomen die Entstehung eines integrierten grenzüberschreitenden Arbeitsmarkts beschleunigen.

Aufwertung und Förderung des Wirtschaftsstandorts CENTROPE

Im zweiten Teil seiner Schlussfolgerungen wendet sich das Politische Board dem im globalen Wettbewerb um Investoren stehenden Wirtschaftsstandort CENTROPE zu. Um jene Sichtbarkeit zu erlangen, die einen Standort international wettbewerbsfähig macht, ist eine bestimmte Größe oder „kritische Masse“ erforderlich. Das Board einigte sich darauf, eine gemeinsame Standortmarketinginitiative ab 2012 umzusetzen, und lädt alle zuständigen Gremien wie etwa Wirtschafts- und Unternehmensförderungsagenturen ein, sich daran zu beteiligen.

Die Verbesserung der wechselseitigen Erreichbarkeit stellt eine weitere Herausforderung für einen attraktiven Wirtschaftsstandort CENTROPE dar. Belastbare Kooperationsstrukturen sind nötig, um die grenzüberschreitende bzw. interregionale Infrastrukturplanung zu vereinfachen. Die Evaluierung der bestehenden Infrastrukturen und Ausbaupläne sowie der absehbaren künftigen Anforderungen ist eine Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung dieser Strategie. Das CENTROPE Pilotprojekt „Infrastructure Needs Assessment Tool“ wurde ins Leben gerufen, um genau solche Ergebnisse für den Monitoringprozess zu liefern, und wird vom Board vollinhaltlich unterstützt.

Schließlich stellt auch die europäische Regionalpolitik einen wichtigen Faktor zur Förderung der Wirtschaftsentwicklung in CENTROPE dar. Für die kommende Finanzperiode 2014 bis 2020 müssen Programme zur Verfügung stehen, die den Anforderungen der multilateralen grenzüberschreitenden Region entsprechen. Dafür streben die politisch Verantwortlichen von CENTROPE die aktive Einbindung in die Debatten zur künftigen Ausgestaltung der Strukturfonds an.