CENTROPE ist eine Region, in der vielfältige und reiche lokale Sitten und Gebräuche vor dem Hintergrund des gemeinsamen historischen Erbes zusammentreffen. Dieses Erbe sichtbar zu machen ist jedoch keine leichte Aufgabe. Bei der öffentlichen Konferenz im Rahmen des Gipfels von Tomášov versuchte eine Reihe renommierter RednerInnen, eine Antwort auf diese Frage zu finden, und erörterte darüber hinaus das Potenzial von CENTROPE als Tourismusziel.
Kulturelle Beziehungen und interregionaler Tourismus sind Schlüsselfaktoren für die Entwicklung einer gemeinsamen Identität der Vierländerregion, jedoch ohne verstärkte Sichtbarkeit schwer zu erreichen. Eine Imagebildung für CENTROPE, die jene einzelner Orte überlagert, kann der Region helfen, dem Druck des weltweiten Wettbewerbs standzuhalten, wie der Hauptredner Greg Clark, Stadtentwicklungsexperte und ehemaliger Geschäftsführer des Greater London Enterprise, ausdrücklich betonte.
Aber der Aufbau eines einheitlichen Images und einer Marke bringt noch weitere Vorteile mit sich. Es geht nicht bloß darum, eine Region „zu verkaufen“, sondern um Unterstützung für die Entwicklung der Region selbst, so Clark. Die Marke trägt dazu bei, eine stärkere gemeinsame Identität hervorzubringen und das Ansehen einer Region zu steigern, was wiederum wesentlich für die Anwerbung von Investitionen und Arbeitskräften ist – denn wie in der Geschäftswelt wirkt eine bekannte Marke als Qualitätssiegel. Daher zeigen zahlreiche konkrete Beispiele grenzüberschreitender Gebiete (z.B. Öresundregion und Metropolregion Basel), wie Markenbildung einer grenzüberschreitenden Region helfen kann, Integration, lokale Wirtschaft sowie den Zufluss von Arbeitskräften und gemeinsame „Governance“ zu fördern.
CENTROPE kann aus diesen Beispielen lernen und auf seinen eigenen, zahlreichen positiven Merkmalen aufbauen. Die Besonderheiten und das reiche kulturelle Potenzial der Vierländerregion bergen enormes touristisches Potenzial. Allerdings steckt die Entwicklung eines voll ausgebildeten, unverwechselbaren Images für CENTROPE noch in den Kinderschuhen, während die einzelnen Fremdenverkehrsdestinationen innerhalb der Region weiterhin ihre jeweiligen Markenzeichen für sich arbeiten lassen.
Die Podiumsdiskussion mit Tourismusfachleuten aus der Region unterstrich die Tatsache, dass jede zukünftige CENTROPE-Marke mit Alleinstellungscharakter auf der Begeisterung für die gemeinsamen Bemühungen und der Entwicklung einer kollektiven Erzähltradition von „Storys“ aufsetzen muss. Der Erfolgsgeschichten bestehender kultureller und touristischer Kooperationen in CENTROPE – in Tomášov wurden etwa der zwischen Bratislava und Wien verkehrende Twin City Liner oder „Spuren“, eine transnationale, Elemente des gemeinsamen Architekturerbes miteinander verbindende Kultur- und Museumsroute, genannt – sind daher die ersten Meilensteine auf dem Weg zu einer prominenten, gut vermarkteten gemeinsamen Tourismusdestination.
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