Editorial – Forschung, Technologie & Innovation in CENTROPE

Angesichts der großen Dichte an Universitäten, Forschungseinrichtungen und Technologieunternehmen kann grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Forschung und Innovation nur zu einem der wichtigsten Markenzeichen der Europa Region Mitte werden.

Die Spitzenposition, in die innovatives Unternehmertum im High-Tech-Bereich CENTROPE katapultieren kann, verdeutlicht die erfolgreiche Beteiligung von Unternehmen der Region am Eurecan European Venture Contest. Aus einer Qualifizierungsrunde im Rahmen des Cleantech Invest Events im September 2010 gingen drei Betriebe aus CENTROPE als Mitbewerber unter den vielversprechendsten jungen europäischen Unternehmen im Bereich „grüne Technologien“ hervor. Eine dieser Firmen, Produzentin eines neuartigen Photovoltaikmoduls, schaffte es sogar in die Riege der besten 25 Unternehmen. Dass saubere Technologien das Potenzial zum zukünftigen Wachstumsmotor in CENTROPE haben, kann auch Eduard Stefan Buzetzki bezeugen. Der österreichische Wissenschaftler – derzeit an der Slowakischen Technischen Universität Bratislava tätig – ist typisch für jene ForscherInnen, deren Werdegang die besten Seiten der unterschiedlichen Wissenschaftswelten, die in CENTROPE zusammentreffen, miteinander verbindet.

In Buzetzkis Ruf nach engerer grenzüberschreitender Forschungskooperation und regionalen Unterstützungsmechanismen spiegeln sich die Erkenntnisse einer Analyse der Beteiligung von CENTROPE am 7. EU-Rahmenprogramm für Forschung und technologische Entwicklung wider. Während die Forschungseinrichtungen der Region oft und erfolgreich an Kooperationsprojekten mit Partnern in ganz Europa beteiligt sind, beschäftigen nur vergleichsweise wenige Projekte gleichzeitig ForscherInnen aus mehr als einem CENTROPE-Land. Das hier brachliegende Potenzial ruft geradezu nach verstärkter Kooperation, wenn man bedenkt, dass z.B. nicht weniger als 5.000 Unternehmen, 60 Forschungseinrichtungen und 36.000 ForscherInnen allein im IKT-Sektor in CENTROPE tätig sind. Eine – und gewiss nicht die letzte – Gelegenheit zum Knüpfen neuer Kontakte und Aufbau neuer grenzüberschreitender Netzwerke sind die für März 2011 in Wien geplanten B2B Software Days.

Ein ganz konkreter Schritt zur Wissensregion CENTROPE wurde 2009 mit der Einrichtung des Technologietransfer-Netzwerkprojekts centrope_tt gesetzt, das 15 Partner von Universitäten und Innovationszentren bis zu Wirtschaftsagenturen, regionalen Entwicklungsgremien und Handelskammern unter der Führung der niederösterreichischen Wirtschaftsagentur ecoplus vereint. Das zweifache Ziel des durch das EU-Programm „Central Europe“ finanzierten Netzwerks liegt im schnelleren Zugang zu Forschungsresultaten für Unternehmen einerseits und in finanzieller Unterstützung für internationale Kooperationen zwischen Wirtschaft und Forschung andererseits. Eine interaktive F&E-Kontaktdatenbank, ein neues Finanzinstrument für die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft – der centrope_tt-Scheck – sowie ein Weiterbildungsprogramm für VermittlerInnen im Bereich Technologietransfer sind Kernelemente des Projekts.

Ein Rückblick auf die letzten anderthalb Jahre der Zusammenarbeit zeigt, dass die centrope_tt-Gemeinschaft einen attraktiven Rahmen für „learning on the job“ sowie für intensive Kontakte zwischen Partnern abgibt, die einander vor zwei Jahren noch gar nicht kannten. Der tt_Scheck hat bei den Unternehmen der Region jedenfalls eingeschlagen und übertrifft alle Erwartungen. Durch den Fokus auf den Technologietransfer fördert centrope_tt die wechselseitige Befruchtung von Forschung und innovativem Unternehmertum – eine Beziehung, die auch in einer exemplarischen Studie über das regionale Innovationssystem in Südmähren als entscheidend für künftiges Wachstum identifiziert wurde.

Ihr CENTROPE-Redaktionsteam