CENTROPE Capacity: Hochgesteckte Ambitionen auf politischer Ebene

Der Start des Projekts „CENTROPE Capacity“ wird von den führenden RegionalpolitikerInnen in Österreich, der Tschechischen Republik, Ungarn und der Slowakei besonders begrüßt. Die gemeinsame Umsetzung von Projekten gilt als Priorität grenzüberschreitender Zusammenarbeit der nächsten drei Jahre. Koordination in der transnationalen Wirtschafts-, Infrastruktur-, Bildungs- und Kulturpolitik soll die Attraktivität der Region für Einwohner, Investoren und Besucher erhöhen.

“Wir wachsen zusammen. Zusammen wachsen wir.” Das übergeordnete Motto spricht es klar aus: Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in CENTROPE soll das Wirtschaftspotenzial der Partnerregionen stärken und eine immer stärker integrierte Vierländerregion schaffen. Das Projekt „CENTROPE Capacity“ geht hier neue Wege: “Unser Vorhaben – d.h. die wechselseitigen Beziehungen zu stärken und eine Großregion mit über sechs Millionen Einwohnern aufzubauen – betritt auch innerhalb der EU absolutes Neuland”, meint der Bürgermeister von Brno (Tschechische Republik), Roman Onderka. Im Hinblick auf die Ausweitung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit betont der Bürgermeister von Bratislava (Slowakei), Andrej Durkovský, dass man lernen müsse, “überregionale, nicht bloß lokale Grundsätze anzuwenden“. Pavol Frešo, der Landeshauptmann der Region Bratislava (Slowakei), ist überzeugt, dass CENTROPE Capacity „ein gemeinsames Ziel erreichen kann, nämlich die kooperative Entwicklung der beteiligten Regionen, den Austausch von Know-how und Best Practices.” Tibor Mikuš, Landeshauptmann der Region Trnava (Slowakei), fügt hinzu, dass der Übergang von bilateraler zu multilateraler Zusammenarbeit zur besseren Nutzung des Innovationspotenzials der Region führen sollte. Johann Heuras, Landesrat für Raumordnung in der Niederösterreichischen Landesregierung, erwartet durch CENTROPE Capacity eine „beträchtliche Verbesserung und Intensivierung des Informationsaustausches und der interregionalen Zusammenarbeit zwischen ExpertInnen und EntscheidungsträgerInnen im Vierländereck“. Hoch bewertet wird die verstärkte Kooperation auf politischer und wirtschaftlicher Ebene auch vom Landeshauptmann von Südmähren, Michal Hašek, der hofft, dass „die wechselseitigen Kontakte zwischen Organisationen, Einrichtungen und Unternehmen an Intensität gewinnen werden“. Zsolt Borkai, der Bürgermeister von Győr (Ungarn), meint, dass „die Vorteile grenzüberschreitender Aktivitäten nicht nur den Initiatoren auf Regierungsseite bewusst ist, sondern auch NGOs und Unternehmen zur Beteiligung angeregt hat.“

Neue Netzwerke, neue Märkte, neue Beschäftigungschancen

Vier Bereiche sind von der Entwicklung und Umsetzung konkreter Kooperationsprojekte betroffen: Wissenschaft und Wirtschaft, räumliche Integration, Humanressourcen sowie Kultur und Tourismus. „Nur ein koordinierter Ansatz und grenzüberschreitende Zusammenarbeit in diesen wichtigen Punkten werden es unseren Ländern ermöglichen, im weltweiten Weltbewerb zu bestehen“, meint der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll. Landeshauptmann Hašek erwartet, dass „grundlegende Studien und Berichte zur Lage in den Bereichen Regionalentwicklung, Innovation, Technologie, Dienstleistungen, Tourismus, räumliche Integration, Humanressourcen und Arbeitsmarkt erarbeitet werden“, um „zukünftige Trends, Tendenzen und Maßnahmen“ vorherzusagen. Außerdem könnten diese Berichte später als „Richtlinien“ für aktive Problemlösungsansätze herangezogen werden. Landeshauptmann Frešo sieht das größte Potenzial in Projekten der Bereiche Forschung, Entwicklung und Innovation. Michael Häupl, der Bürgermeister von Wien (Österreich), ist überzeugt, dass „eine verstärkte Kooperation zwischen Wiener Unternehmen und Betrieben in den CENTROPE-Partnerregionen neue Märkte eröffnen und Arbeitsplätze schaffen kann“. Darüber hinaus betont Landeshauptmann Hašek, dass „für die Region Südmähren eine zentrale Priorität im Bereich der Humanressourcen und hier vor allem im Bildungssektor liegt, z.B. Zusammenarbeit zwischen weiterführenden und berufsbildenden Schulen, Vergleich von Bildungssystemen, Niveaus und Qualität verschiedener Ausbildungsebenen mit Querverbindungen zwischen Bildungssystem und Arbeitsmarkt“. Bürgermeister Durkovský gibt ebenfalls Lösungen für einen gemeinsamen Arbeitsmarkt und eine gemeinsame Arbeitsmarktpolitik den Vorzug.

Eine gemeinsame Marketingstrategie ist das Ziel der slowakischen und tschechischen Partner

Den slowakischen und tschechischen Partnern ist insbesondere an der Förderung regionaler Kultur- und Tourismusaktivitäten sowie der Entwicklung einer gemeinsamen Marketingstrategie gelegen, wie Bürgermeister Stefan Bošnák (Trnava) erklärt: „Die Entwicklung von Kontakten, Kommunikation, Ideenaustausch und die Bildung neuer Netzwerke in einer Vielzahl von Gebieten schaffen eine gute Marketingbasis, durch die unsere Region im Herzen Europas geeint wird.“ Bürgermeister Onderka ist ebenfalls sicher, dass eine gemeinsame Marketingstrategie im Verein mit Bemühungen zur Verbesserung der Infrastruktur und damit der Wettbewerbsfähigkeit der Region einen zentralen Vorteil für die Regionalentwicklung darstellt.

Transport und Energie als Prioritäten der österreichischen und ungarischen Partnerregionen

Für die Bürgermeisterin von Eisenstadt (Burgenland), Andrea Fraunschiel, ist die „Realisierung von öffentlichen Verkehrsprojekten für die Entwicklung und Verbesserung des Standorts Eisenstadt besonders bedeutsam.“ Seitens Niederösterreichs stimmt Johann Heuras zu: „Wir wollen Niederösterreich als Top-Region sehen; daher benötigen wir eine optimale Strategie für ein nationales und internationales Verkehrssystem.“ Die ungarischen Bürgermeister Zsolt Borkai (Győr), György Ipkovich (Szombathely) und Tamás Fodor (Sopron) sehen die Harmonisierung von Raumplanung und Verkehrsverbindungen als ebenso zentral an. Das hoch aktuelle Thema der Energieautonomie steht wiederum ganz oben auf der Prioritätenliste des Landeshauptmanns von Burgenland (Österreich), Hans Niessl: „Das Konzept absoluter regionaler Energieautonomie, das im Burgenland umfassend und erfolgreich realisiert wird, würde auch eine sehr attraktive Herausforderung für die gesamte Region CENTROPE darstellen.“

Beispielhafte grenzüberschreitende Regionalentwicklung

Unter der Annahme fortgesetzter und vertiefter Zusammenarbeit auch nach Projektabschluss erwartet Bürgermeister Häupl, dass „CENTROPE in zehn Jahren als beispielhafte Form der Zusammenarbeit und als Modellregion grenzüberschreitender und nachhaltiger Regionalent-wicklung sowie als eine der dynamischsten Wirtschaftsregionen in der EU betrachtet werden wird“. Bürgermeister Tamás Fodor (Sopron) spricht die Vorteile der größeren Dimension und Einheit bei der Geltendmachung von Forderungen gegenüber der Europäischen Union an. Landeshauptmann Erwin Pröll ist zuversichtlich, dass die interregionalen Unterschiede zwischen den vier Ländern als Chance und Impuls für die Wirtschaft anstatt als Hindernis begriffen und damit genutzt werden können.

Der Erfolg der Projektkooperation misst sich auch am Grad der Identifikation. „CENTROPE soll das gedeihliche Zusammenwachsen der Regionen fördern und die noch bestehenden Barrieren in den Köpfen der lokalen Bevölkerung abbauen“, meint Landeshauptmann Niessl. Auf organisatorischer Ebene hebt Bürgermeister Borkai hervor, wie wichtig es sei, „eine auf Vertrauen beruhende Partnerschaft zu entwickeln, die ja das Hauptergebnis der Projektaktivitäten sein sollte.“ Bürgermeisterin Fraunschiel wünscht sich, dass CENTROPE „dem Wohlstand seiner Bürger und Bürgerinnen dienen“ und „zum friedlichen Zusammenleben und zu engeren Kontakten der Völkergemeinschaft in einem gemeinsamen Europa beitragen“ möge. Die Ambitionen sind hoch gesteckt, und vielleicht hat Bürgermeister Ipkovich Recht, wenn er meint, dass die Region im Jahr 2020 als „Europas lebenswerteste Region“ gelten wird.