Übergang zu einer hochentwickelten Wissensgesellschaft und vertiefte innere Integration: Das CENTROPE Regional Development Monitoring wartet mit wichtigen Empfehlungen für eine koordinierte Wirtschaftspolitik auf. Bereits die ersten Ergebnisse dieses CENTROPE Capacity-Pilotprojekts belegen seinen Nutzen für ein genaueres Verständnis der Wirtschaftslage in CENTROPE.
Bei allen negativen Folgen für die Region hatte die Finanz- und Wirtschaftskrise der letzten Jahre doch auch einen nützlichen Effekt, da mit schonungsloser Offenheit die Stärken und Schwächen von CENTROPE als Wirtschaftsraum zutage traten. Dadurch wird es immerhin leichter, Maßnahmen zur Förderung der Wirtschaft und zur Abfederung von Konjunkturrisiken zu benennen. Als Vertreter des Vierländer-Forschungskonsortiums im Rahmen des Pilotprojekts betonte Peter Huber vom Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung anlässlich des CENTROPE Gipfels in Győr: Eine Rückkehr zu nachhaltigem Wachstum bedeutet vor allem erfolgreichen, dauerhaften Strukturwandel.
Die Wissensgesellschaft als Grundlage einer nachhaltigen wirtschaftlichen Zukunft für CENTROPE
Die Ergebnisse zeigen, dass der interne Konvergenzprozess in CENTROPE rasch voranschreitet: Die Teilregionen in den „neuen“ EU-Mitgliedstaaten holen wirtschaftlich schnell zu Österreich auf. Insofern ähnelt CENTROPE immer stärker anderen europäischen Regionen. Dies heißt, dass sich der spezifische Wettbewerbsvorteil, der sich in der Vergangenheit aus der geografischen Nähe hoch entwickelter österreichischer Regionen und schnell wachsender postkommunistischer Regionen ergab, seinem Ende nähert. So war Wien im Jahr 2000 das Gebiet mit dem höchsten Pro-Kopf-BIP in der Region (mehr als 14.000 Euro mehr als in der zweitreichsten Region Bratislava). Zehn Jahre später führt Bratislava die Liste der reichsten Gebiete in CENTROPE an.
Vor diesem Hintergrund und zur langfristigen Sicherung seiner internationalen Wettbewerbsfähigkeit sollte CENTROPE vor allem eine stärker wissensbasierte Wirtschaft anstreben. Forschungskooperationen innerhalb der Region und Zusammenarbeit der zahlreichen Universitäten, die bereits heute einen eindeutigen Aktivposten für CENTROPE darstellen, sind zu vertiefen; Austauschprogramme für Forschende und Studierende sind zu fördern. Diese Maßnahmen würden auch die Attraktivität der Hochschuleinrichtungen steigern und vielleicht dem Braindrain entgegenwirken, der heute die wirtschaftliche Stabilität von CENTROPE bedroht, da junge Menschen oft lieber in andere EU-Mitgliedstaaten abwandern, anstatt in der Region zu bleiben.
Wirksame Nutzung von FDI als Grundpfeiler zukünftiger Politik
Auch zeigt der Regional Development Report 2010, dass CENTROPE eine von Europas attraktivsten Regionen in Bezug auf ausländische Direktinvestitionen (Foreign Direct Investment, FDI) ist. Fünf der 15 sog. „NUTS 3-Regionen“ (ein statistischer Standard zur Schaffung EU-weit vergleichbarer Territorien) in CENTROPE zählen zu den Top-Zielgebieten für FDI in der EU, wobei Bratislava die Pole Position hält. Trotz des Erfolgs von CENTROPE bei der Anwerbung dieser Investitionen stammen jedoch bloß 35 % aus der Region selbst, und nur ein Bruchteil der von den CENTROPE Partnerregionen lukrierten FDI wird Teil einer grenzüberschreitenden Wertschöpfungskette. Zurückzuführen ist dies vor allem auf die schwache Vernetzung innerhalb der Region. Dieser Schwäche kann durch Maßnahmen begegnet werden, die grenzüberschreitende Unternehmensnetzwerke und -plattformen unterstützen, was dazu beitragen würde, FDI stärker in der Region zu binden.
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