Der CENTROPE Regional Development Report 2010: Perspektiven nach der Krise und künftige Herausforderungen

Der von einem transnationalen Forschungskonsortium erarbeitete Regional Development Report 2010 ermöglicht einen wertvollen Überblick über zentrale wirtschaftliche Entwicklungen in CENTROPE vor dem Hintergrund der aktuellen Wirtschaftskrise. Erste Ergebnisse zeigen deutlich, dass die Partnerregionen ihr ökonomisches Potential selbst in der Zeit direkt nach dem Höhepunkt der Krise gewahrt haben und ihr Wachstum weiterhin erheblich über dem EU-Durchschnitt liegen wird.

Vorläufige Ergebnisse des Berichts, der auf dem CENTROPE-Gipfel am 5. Mai in Győr umfassend präsentiert werden soll, weisen darauf hin, dass die meisten CENTROPE-Regionen ihre Krisenfestigkeit unter Beweis gestellt und die Rezession rasch hinter sich gelassen haben. Prognosen zeigen auch, dass die CENTROPE-Teilregionen höchstwahrscheinlich auch in der Zukunft überdurchschnittlich stark wachsen werden. Nach wie vor sind die slowakischen Partnerregionen, d.h. die Kreise Bratislava und Trnava, die wahren Wachstumsmotoren. Sie scheinen sich nach der Krise ausgesprochen schnell zu erholen und werden in der Zukunft voraussichtlich stark zulegen.

Neue Herausforderungen für eine prosperierende Region

Darüber hinaus hat die Krise eine Katalysatorrolle bei der Zuspitzung des Bedarfs nach grenzüberschreitenden Kooperationen und gemeinsamen politischen Schwerpunktsetzungen in CENTROPE gespielt. Die generellen wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Partnerregionen sowie die unterschiedlichen Auswirkungen der Krise auf ihre Wirtschaftslage haben einige neue Herausforderungen für die Zusammenarbeit der Partnerregionen und für die gemeinsame politische Gestaltung aufgezeigt. Diese Herausforderungen müssen gemeistert werden, um eine weitere Angleichung der ökonomischen und soziodemographischen Situation in den Partnerregionen zu erreichen und einen komparativen Vorteil für den Standort CENTROPE insgesamt zu erzielen. PolitikerInnen und andere EntscheidungsträgerInnen werden sich auf Grundlage der im CENTROPE Regional Development Report enthaltenen Daten der Frage widmen müssen, wie die industrielle Struktur so diversifiziert werden kann, dass konjunkturelle Risiken künftig möglichst minimiert werden. Daneben stellt sich die Aufgabe, als Eckstein einer krisenfesten und zukunftsfähigen Wirtschaft den wissensbasierten Sektor noch stärker zu fördern. Und nicht zuletzt geht es darum, wie eine integrierte, aktive Arbeitsmarktpolitik gestaltet werden kann, so dass es zu keinem Braindrain kommt sowie die grenzüberschreitende Mobilität der Arbeitskräfte unterstützt und die Arbeitslosigkeit gesenkt wird.

Alles in allem hat also CENTROPE trotz der regionalen Unterschiede die Krise rascher als erwartet bewältigt. Das Wachstumspotential der Region insgesamt erweist sich als überaus ermutigend und wird weiterhin den EU-Durchschnitt übertreffen. Unter diesem Aspekt können die Politikempfehlungen – wie sie im Regional Development Report enthalten sind – sowie die breite Zusammenarbeit unter den Partnerregionen dazu beitragen, dass das vorhandene Wachstumspotential weitestgehend ausgeschöpft wird.