Schon seit 13 Jahren besteht die Bildungskooperation im heutigen CENTROPE-Raum. Diese bewährte Zusammenarbeit führte nun zur Schaffung eines Grundkompetenzmodells für die Region. Gemeinsam mit anderen Aktivitäten des Projekts EdTwin wird dieses neue Instrument die fruchtbare Kooperation, die schon so großen Nutzen – insbesondere für die SchülerInnen – gebracht hat, weiter vorantreiben.
Eine lohnende Kooperation für einen gemeinsamen Bildungsrahmen
In den letzten 13 Jahren wurde die Zusammenarbeit im Bildungswesen im Vierländereck erfolgreich vorangetrieben. Um einen zuverlässigen Bildungsstandard in der ganzen Region zu erreichen, wurde im laufenden EdTwin-Projekt ein Grundkompetenzmodell für die Fähigkeiten und Fertigkeiten erstellt, die für das Gedeihen der Kommunikation und Kooperation in der Region erforderlich sind. Die dreijährige Entwicklungsarbeit mündete in die Formulierung von fünf Kernkompetenzen: kommunikative, soziale, strategische und interkulturelle Kompetenz sowie Wissenskompetenz. Wie Petra Feichtinger vom Europabüro des Wiener Stadtschulrats ausführt, bildet das Grundkompetenzmodell eine echte „Quelle und Inspiration für die konkrete Aufnahme dieser Fertigkeiten in die Lehrpläne von Schulen im gesamten Vierländereck“.
Das Projekt EdTwin: eine EU-geförderte Initiative für die Bildungskooperation
So gibt es auch bereits Pläne, das Grundkompetenzmodell mit Leben zu erfüllen, d.h. ihn in Schulen effektiv zu nutzen. Ein erster Pilotversuch wird an der Komensky-Schule in Wien zu Beginn des neuen Schuljahrs im Herbst 2011 anlaufen. Dadurch soll dieser Rahmen als beispielgebendes Modell für die Potentiale der Zusammenarbeit in der Region dienen — insbesondere in Verbindung mit den weiteren Ergebnissen des Projekts EdTwin – Education Twinning for European Citizenship, einer von der EU geförderten Bildungsinitiative unter dem so genannten Ziel 3 der ”Europäischen territorialen Zusammenarbeit“ (2007-2013). Die Träger des Projekts sind abgesehen von Ungarn, wo eine Hochschuleinrichtung verantwortlich zeichnet, vorwiegend die Schulaufsichtsbehörden der Partnerstädte.
Aufbauend auf erfolgreiche Vorläuferprojekte besteht das allgemeine Ziel von EdTwin darin, zur nachhaltigen Entwicklung des CENTROPE-Raums durch Partnerschaften zwischen Schulen in den beteiligten Städten beizutragen und die SchülerInnen und LehrerInnen so auf ihren weiteren Lebens- bzw. Berufsweg in der vernetzten Region vorzubereiten. Die Partnerschaft und das dazu gehörige Netz entwickelt sich dank verschiedener Aktivitäten innerhalb des EdTwin-Programms, wie zum Beispiel der Organisation von Bildungsmaßnahmen (Seminare, Kurse, Workshops usw.), Austauschprogrammen und der Ausarbeitung gemeinsamer mehrsprachiger Unterrichtsmaterialien. Eine dieser Initiativen war die Einrichtung des BildungsRaums CENTROPE in Wien, wo beispielsweise SchülerInnen aus den Partnerregionen sich in einem dreitägigen Intensivkurs mit einer der CENTROPE-Sprachen auseinandersetzen und das neu erworbene Sprachwissen dann einen Tag lang praktisch anwenden können.
Ein „Twin“ von dreien: Tschechien-Österreich
Stellvertretend für alle drei EdTwin-Partnerschaften umfasst die Zusammenarbeit zwischen den tschechischen und österreichischen EdTwin-Partnern zwei Bereiche: einerseits Aktivitäten für LehrerInnen und SchülerInnen an Grund- und Sekundarschulen, die vom Servicezentrum für Schulen in Brno gemeinsam mit dem Wiener Stadtschulrat als federführendem Partner organisiert werden, und andererseits von den Partnerschulen gemeinsam durchgeführte Maßnahmen.
Die Aktivitäten, die sich direkt im Rahmen der EdTwin-Kooperation entwickeln, betreffen alle Maßnahmen, die die Fähigkeiten und das Wissen der LehrerInnen und SchülerInnen ausbauen sollen, z.B. Deutsch-/Tschechischkurse in den Sommerferien, gegenseitiges Kennenlernen der unterschiedlichen Bildungssysteme durch Fachexkursionen für LehrerInnen, Veranstaltung von Seminaren und Workshops sowie ein einwöchiger internationaler Workshop für SchülerInnen mit Schwerpunkt auf Film, Theater und Fotografie.
Die konkreten Partnerschaften zwischen den Schulen erweisen sich als erfolgreich und erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Wie Věra Hlavsová, die Leiterin des Servicezentrums für Schulen in Brno, erläutert: „Die Zusammenarbeit weitete sich im Zuge des Projekts auf insgesamt 10 Sekundarschulen und 3 Grundschulen in der Region Südmähren und Wien aus, wobei an einigen Schulen mehrere Projekte gleichzeitig liefen oder Folgeprojekte organisiert wurden. Die Aktivitäten der Schulen konzentrieren sich in erster Linie auf Rollenspiele und die Erkundung der Kultur und Geschichte der einzelnen Regionen. Berichte über diese Aktivitäten zeigen, dass die SchülerInnen die Kooperation begrüßen und als wirklich nützlich betrachten.“
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