Umweltfreundlichkeit und Effizienz machen die Binnenschifffahrt zu einem attraktiven Verkehrsträger. Die verstärkte Nutzung von Wasserstraßen steht im Einklang mit den Zielen der europäischen Verkehrs- und Umweltpolitik. CENTROPE hat dabei die Donau als As im Ärmel.
Verfolgt man den Lauf der Donau auf der Landkarte, wird das Potenzial jener Wasserstraße offensichtlich, die auf europäischer Ebene auch als „Korridor VII“ bezeichnet wird. Während auf vielen Autobahnen Staus zum Regelfall werden und Europas Frächter über ständig steigende Kosten klagen, gibt es oft parallel zu den Blechlawinen natürliche Alternativen: nicht umsonst gilt die Wasserstraße unter Verkehrsexperten als die schlichtweg bessere Straße.
Die Europäische Kommission finanziert u.a. über das Programm „Marco Polo“ Initiativen, die den Verkehr von der Straße auf die Schiene und auf Wasserwege verlagern sollen. Bei der diesjährigen Jahreskonferenz am 5. und 6. Oktober steht dabei insbesondere die Donau im Rampenlicht, nicht nur aufgrund des Austragungsorts Wien. Mehr als 200 Personen werden erwartet, nähere Informationen zu Programm und Anmeldung.
Für die Region CENTROPE kann dieses Potenzial durch die Donauhäfen in Ybbs, Krems, Korneuburg, Wien, Bratislava und Győr-Gőnyű nutzbar gemacht werden, die als intermodale Güterdrehscheiben dienen. Ca. 50% des Gütertransports auf der Donau entfällt auf Erze, Metallabfälle und Erdölerzeugnisse, stark im Wachsen sind land- und forstwirtschaftliche Erzeugnisse. Seit Abschluss der jüngsten Ausbaustufe bietet alleine der Wiener Hafen eine Umschlagskapazität von jährlich ca. 400.000 Containereinheiten. Weiter führende Informationen zu den Donauhäfen finden Sie auf der Portalseite http://www.danubeports.info/
Der Transportweg Donau ist keineswegs grenzenlos: Die Donau passiert zehn Staaten und ist mitunter auch Staatsgrenze, wodurch an einzelnen Abschnitten mehr als eine nationale Verwaltung für die Schifffahrt zuständig ist. Obwohl sich die Aufgaben der jeweiligen Wasserstraßendirektionen kaum unterscheiden, erfolgt deren praktische Umsetzung mitunter auch weniger homogen. Bessere Kommunikation und transnationale Abstimmung der Aktionspläne soll das Projekt NEWADA gewährleisten, welches mit Kofinanzierung des EU-Programms South East Europe erstmals alle Wasserstraßendirektionen flussabwärts Österreichs an einen Tisch brachte. Langfristig und über die Laufzeit des Projekts NEWADA hinaus kann vor allem das Ziel des konsequenteren Einsatzes von Kommunikationstechnik in der Logistik die Potenziale der Wasserstraße Donau besser ausschöpfen. Nähere Information zum Projekt NEWADA unter http://www.newada.eu/
Während in der Vergangenheit die wirtschaftliche Nutzung von Flüssen die Lebensräume für die außergewöhnlich vielfältige Flora und Fauna massiv beeinträchtigte, nimmt die Schifffahrt seit kurzer Zeit auch auf ökologische Kriterien verstärkt Bedacht. Ein besonders gutes Beispiel für diese Denkweise ist das „Flussbauliche Gesamtprojekt Donau östlich von Wien“. Mit dieser Initiative werden einerseits die Befahrbarkeit der Donau und damit die Wirtschaftlichkeit des Güterverkehrs per Schiff verbessert. Andererseits sollen die Grundwasserverhältnisse nachhaltig stabilisiert werden. Durch Gewässervernetzungen und Uferrückbau wird sichergestellt, dass die Donau im Nationalpark Donau-Auen zwischen Wien und Bratislava, somit mitten in der Europaregion CENTROPE, weiterhin frei fließen.
Da das „Flussbauliche Gesamtprojekt“ somit Verbesserungen für die Schifffahrt wie auch aus ökologischer Sicht bringt, stellt es eine echte „win-win-Situation“ dar. Der Abschluss der Umweltverträglichkeitsprüfung ist noch für 2010 geplant; im Falle eines positiven Bescheids würden die anstehenden Arbeiten bis zu zehn Jahre dauern. Nähere Informationen dazu unter http://www.donau.bmvit.gv.at/index.php
Pfad > home > centrope newsl... > Newsletter 2/2010 > Wasserstraße Donau