Wasser kennt keine Grenzen. Auch im Sommer 2010 war die Notwendigkeit von grenzüberschreitenden Maßnahmen beim Hochwasserschutz und der Hochwasserbewältigung evident. Südmähren beteiligt sich aktiv an Kooperationsprojekten zur grenzüberschreitenden Gewässerverwaltung im Rahmen von CENTROPE.
Der Kreis Südmähren wurde wiederholt von schweren Überschwemmungen betroffen. Eine Studie über Hochwasserschutzmaßnahmen ist zu dem Fazit gekommen, dass es nicht mehr notwendig sei, große Wasserwerke zu errichten, um Wasser der größten Flüsse in der Region – March, Thaya, Svratka und Svitava – aufzuhalten und zu steuern. Als die grundlegende Maßnahme zum Hochwasserschutz wurde die Wasserrückhaltung in der Landschaft identifiziert, und zwar durch die Umsetzung von Maßnahmen zum Erosionsschutz, durch Festlegung von Überschwemmungsflächen in der Landschaft, durch den Bau von Deichen zum Schutz von städtischen Gebieten, durch lokale Schutzmaßnahmen bei Sturzregen, durch Förderungen für die Errichtung von Retentionsräumen sowie durch die Verbesserung der Kommunikation und Information. Alle diese Maßnahmen wurden auch in Regionalplänen für das Einzugsgebiet von Thaya und March berücksichtigt und werden schrittweise in diversen Projekten umgesetzt.
Eine grenzüberschreitende oder internationale Zusammenarbeit im Bereich Hochwasserschutz ist nicht nur wünschenswert, sondern notwendig. Verschiedene Akteure im Kreis Südmähren haben zahlreiche aus dem Programm der Europäischen Territorialen Zusammenarbeit geförderte Projekte vorbereitet oder bereits umgesetzt.
Das bilaterale tschechisch-österreichische Projekt Dyje–Thaya wurde 2006-2008 umgesetzt; es befasste sich mit der Bewertung des ökologischen Zustandes der Gewässer im Bereich des Grenzflusses Thaya. Ein besonderer Akzent wurde auf die bilaterale Bearbeitung und Abstimmung der Daten gesetzt, mit dem Ziel, Vorschläge zur Verbesserung des ökologischen Zustandes des gemeinsamen tschechisch-österreichischen Einzugsgebietes der Thaya zu definieren. Das Projekt wurde vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen von INTERREG IIIA gefördert. Weitere Informationen finden Sie auf der Projekt-Webseite unter http://thayaprojekt.np-thayatal.at/projekt.htm.
Das Projekt Dyje–Thaya kann als erster Schritt in der erfolgreichen bilateralen Zusammenarbeit bei der Umsetzung der EU-Rahmenrichtlinie zur Wasserpolitik in Tschechien und Österreich gelten. Ein wichtiger Beitrag von dem Projekt war die Schaffung von Strukturen für die gegenseitige Kommunikation zwischen den österreichischen und tschechischen Partnern. Der Informationsaustausch über methodologische Verfahren in den beiden Ländern führte den Kreis Südmähren schließlich zum Beschluss, sich am internationalen Projekt CEFRAME (Central European Flood Risk Assessment and Management in Centrope) zu beteiligen. Das gemeinsame Projekt von Österreich, der Slowakei, Tschechien und Ungarn wurde in diesem Jahr ins Leben gerufen und soll eine Bewertung und Kartierung von Hochwassergefahren umfassen. Mehr Informationen finden Sie unter http://www.ceframe.eu/.
Ein weiteres Beispiel für eine erfolgreiche grenzüberschreitende Zusammenarbeit im erweiterten Einzugsgebiet der Donau ist das tschechisch-österreichische bilaterale Projekt March-Thaya, das die Qualität des Hochwasser-Vorhersagesystems für die beiden Flüsse verbessern soll. Das Projekt rechnet mit einer Ergänzung der bestehenden automatisierten Überwachung an neun Standorten der Grenzabschnitte von March und Thaya zur Erweiterung des Niederschlag-Abfluss-Modells auf das gesamte Flussgebiet der March bis zur Einmündung in die Donau. Mehr Informationen auf der Projekt-Webseite unter http://cz-at.webnode.cz/.
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