CENTROPE Capacity: Zusammenarbeit auf Augenhöhe

Der Start des EU-Projekts CENTROPE Capacity bedeutet eine neue Qualität der Zusammenarbeit in der „Europa Region Mitte“: Erstmals sind alle Partnerstädte und -regionen von CENTROPE gleichermaßen am Aufbau handlungsfähiger Strukturen beteiligt, schaffen somit gemeinsame Kapazitäten für die künftige Entwicklung der Region.

„CENTROPE, die Europa Region Mitte, gilt heute als die Modellregion, in der die europäische Integration an der Schnittstelle zwischen „alten“ und „neuen“ EU-Mitgliedern rasch und erfolgreich gelungen ist.“ Dieser Satz ist (noch) keine Momentaufnahme. Er stammt aus dem „Zukunftsbild CENTROPE 2015“, verfasst in den Jahren 2005/2006. Mit dem „Zukunftsbild“ gaben sich die Partnerstädte und -regionen der Vierländerregion zwischen Österreich, Tschechien, der Slowakei und Ungarn in der Anfangsphase ihrer Zusammenarbeit ein gemeinsames Leitbild. Unter dem Motto „Wir wachsen zusammen – zusammen wachsen wir“ skizzierten sie die Vision einer integrierten Region, die es innerhalb weniger Jahre geschafft hat, lange als unüberwindbar geltende Hürden zu beseitigen und die berüchtigten „Grenzen in den Köpfen“ zu sprengen.

Es wäre vermessen anzunehmen, dass diese Vision bereits heute Realität wäre. Und doch: Fünf Jahre nach der Entstehung des „Zukunftsbilds“ ist nicht nur die Halbzeit der selbst gesetzten Frist erreicht, sondern auch ein Meilenstein auf dem Weg zur Erreichung der hochgesteckten Ziele: Mit Anfang 2010 ist das Projekt CENTROPE Capacity in seine operative Phase getreten.

Kapazitäten für Kooperation

CENTROPE Capacity steht für die gemeinsame Erkenntnis der Partnerstädte und -regionen von CENTROPE, dass eine dynamische Entwicklung der transnationalen Region nur vorangetrieben werden kann, wenn in allen vier Partnerländern handlungsfähige Strukturen geschaffen werden – regionale CENTROPE-Büros, die gleichsam als Katalysatoren kontinuierlich Impulse für eine forcierte Zusammenarbeit setzen, Konzepte entwickeln und die CENTROPE-Idee in die Partnerregionen hineintragen. Gleichzeitig sollen die vier regionalen CENTROPE-Büros in den kommenden Jahren eng zusammenarbeiten und werden dabei von einem zentralen Koordinationsbüro unterstützt.

Mit CENTROPE Capacity, gefördert über das Strukturfonds-Programm „Central Europe“, basiert die Initiative CENTROPE auch weiterhin auf einem aus EU-Mitteln unterstützten Projekt. Die Qualität der Zusammenarbeit unterscheidet sich jedoch substantiell von den vorangegangenen CENTROPE-Projekten der Jahre 2003-2007: Erstmals sind alle Partner zu gleichen Teilen an der Finanzierung des Projekts beteiligt und begegnen einander somit auch formal auf gleicher Augenhöhe. Ausdruck dieser geteilten Verantwortung ist auch, dass ab Anfang 2011 jedes der vier Partnerländer nach dem Muster der EU-Ratspräsidentschaft für einen Zeitraum von einem halben Jahr den politischen Vorsitz in CENTROPE übernehmen wird und damit der gemeinsamen Region „das Gesicht verleiht“. Den Anfang wird Ungarn machen, das im ersten Halbjahr 2011 auch den Vorsitz im EU-Rat innehaben wird.

Vom Kunstbegriff zur Marke

Dass CENTROPE heute, sieben Jahre nach der ersten politischen Willensbekundung, mehr ist als ein Projekt-Akronym, zeigt ein Blick ins Internet, in regionale Medien oder in die Veröffentlichungen von Universitäten. „CENTROPE“ ist zum Begriff geworden, den Politik, Wirtschaft, Planung oder Forschung längst aufgegriffen haben. Nun soll der Begriff zu einer erfolgreichen Marke ausgebaut werden, der zunehmend konkrete Eigenschaften zugeordnet werden. Dazu wird ein breit angelegter Prozess eingeleitet, der zunächst die Botschaften und Bilder definiert, die mit CENTROPE assoziiert werden sollen, und diese dann in die Markenkommunikation „übersetzt“. Damit CENTROPE auch international mehr und mehr als Standort mit konkreten Assets und als Ziel für Investitionen wahrgenommen wird.

Um CENTROPE zunehmend greifbar zu machen, gilt das Hauptaugenmerk von CENTROPE Capacity der Einleitung von praxisorientierten Kooperationsaktivitäten – seien es Unternehmenskooperationen, gemeinsame Programme von Universitäten und Forschungseinrichtungen, die Entwicklung von gemeinsamen Produkten im Tourismus oder eine grenzüberschreitend abgestimmte Raum- und Verkehrsplanung. Dabei soll der Kreis der Akteure, die Initiativen in oder für CENTROPE ergreifen, nach und nach erweitert werden.

Wo steht CENTROPE im Wettbewerb der Regionen?

CENTROPE ist eine relativ „junge“ Europaregion – im Vergleich etwa mit transnationalen Partnerschaften zwischen „alten“ EU-Ländern wie Deutschland, Frankreich, Belgien, Luxemburg und den Niederlanden. Ein Erfahrungsaustausch mit diesen versierten Partnerschaften oder mit der seit bald zehn Jahren als Erfolgsmodell geltenden Öresund-Region zwischen Malmö und Kopenhagen soll bis 2012 zweierlei bringen: eine Einschätzung, wo CENTROPE im internationalen Vergleich steht und – vor allem – jede Menge „Tipps & Tricks“ zum Überwinden der letzten noch bestehenden Grenzen.